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Neues Meeres- und Marinemuseum in Bordeaux

21.10.2019  ·  Aquitanien, Kultur & Genuss  ·  Kommentare geschlossen

 

Das neue Meeres- und Marinemuseum Bordeaux eröffnete am 21. Juni 2019 nach über zwei Jahren Bauarbeiten seine Pforten im ehemaligen Hafenviertel „Bassins à flot“ im Norden der Innenstadt. Bordeaux war lange Zeit der zweite Hafen nach London und galt als einer der angesehensten Anlaufhafen weltweit.

 

Das neue Museum soll in Bordeaux ein breites Panoramafenster über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aller Weltmeere und der Marine öffnen. Das Museum wird die Sammlung des Bauträgers Norbert Fradin, den das Meer schon immer begeisterte und der seine Leidenschaft teilen möchte, zeigen: Schiffe, historische Modelle, Malereien, Skulpturen, verschiedene Gegenstände und Schriftstücke…

Das neue Gebäude wird sich mit einer Höhe von 45m auf 7 Stockwerken und 13.800m² erstrecken. In den ersten drei Etagen werden auf 9.500 m² Ausstellungen, Animationen, Veranstaltungen usw. präsentiert und bieten zudem ein 500 m²-großes Auditorium, einen modulierbaren Mehrzweckraum, ein Restaurant, ein Bistro, Lesesäle, Schauräume, etc.

Das neue Museum wird im Gegensatz zu den vielen Museen weltweit, die sich bereits dem Meer oder der Marine widmen, beide Themen behandeln – sowohl ihre individuellen Geschichten als auch die Beziehungen und Austausche zwischen beiden rund um 9 Ansätze: Geschichte des Schiffbaus und -kunst; große Entdeckungen, Erforschungen und Überquerungen; Macht und Herrschaft über das Meer; große Handelsrouten; Unterwasserarchäologie; Freizeit und Vergnügen; Mythen und Sagen rund um das Meer; Land und Meer; das Meer als Quelle des Lebens; Wirtschaft und Schutz.

Eröffnung der Bassins de Lumières in Bordeaux

21.10.2019  ·  Aquitanien, Kultur & Genuss  ·  Kommentare geschlossen

Im Frühjahr 2020 wird die ehemalige U-Boot-Basis von Bordeaux in ein gigantisches Zentrum für digitale Kunst verwandelt. In den „Bassins de Lumières“ wird es immersive Ausstellungen geben, die die Besucher in die Kunstwerke eintauchen lassen, ganz wie in den Carrières de Lumières in der Provence und im Atelier des Lumières in Paris.

Die Bassins de Lumière im ehemaligen U-Boot-Bunker von Bordeaux.

Rohbeton, Stahl und Wasser im Halbdunkeln… Im Stadtteil Bassins à Flots von Bordeaux ist die U-Boot-Basis ein besonders außergewöhnlicher Ort. Der fast 20 Meter hohe Bunker, ein gigantisches 42.000 Quadratmeter großes Gebäude am Ufer der Garonne, wurde während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Besatzungsmächten für die Unterbringung von U-Booten gebaut.

Der Bunker, der durch dicke Betonwände in elf Zellen unterteilt ist, welche wiederrum durch eine Innenstraße miteinander verbunden sind, beherbergt bereits heute regelmäßig wechselnde Ausstellungen, Konzerte und Shows in einer sehr „unterirdischen“ Atmosphäre.

Eine Reise ins Innere der Kunstwerke

Im Frühjahr 2020 werden vier dieser 100 Meter  angen, 22 Meter breiten und 12 Meter hohen Wasserbecken eine der größten Multimedia-Installationen der Welt beherbergen. Die Fläche der Bassins de Lumières wird fünfmal so groß sein wie das 2018 in Paris eröffnete Atelier des Lumières und doppelt so groß wie die Carrières de Lumières, das erste digitale und immersive Kunstzentrum, das 2012 von Culturespaces in Les Baux-de-Provence eingerichtet wurde.

Brücke des Rundgangs durch die Bassins de Lumières, AMIEX-Projekt der U-Boot-Basis von Bordeaux.

 

Mithilfe der Amiex-Methode (Art & Music Immersive Experience) bieten die Bassins de Lumières Besuchern die Möglichkeit, durch eine Lichtshow, die von Musik begleitet wird, selbst Teil der Kunstwerke zu werden und sich darin frei zu bewegen. Man könnte behaupten, dass 2019 somit Van Gogh und Klimt selbst die „Gastgeber“ des Atelier des Lumières in Paris und des Atelier des Carrières de Lumières in der Provence sind.

Nach dem gleichen Prinzip werden die Gemälde und Skulpturen der größten Meister der Kunstgeschichte auch in Bordeaux eins mit der Architektur der Unterwasserbasis werden – durch die Magie von hundert Videoprojektoren und Tausenden von digitalen Bildern.

 

Reflexionen und magische Sinneseindrücke

Um die zauberhaften Atmosphäre zu verstärken, werden die Projektionen auch auf dem Wasser der vier riesigen Becken reflektiert. Für dieses visuelle und akustische XXL-Erlebnis der geplanten Dauerausstellung haben Besucher Zugang zu den Stegen und können entlang der Uferbecken spazieren gehen. Einfach magisch!

Das ganze Jahr über präsentieren die Bassins de Lumières mehrere Programme gleichzeitig: Eine digitale Ausstellung, die den großen Meistern der Kunstgeschichte gewidmet ist, wird zeitgleich zu einer Ausstellung von digitalen Werken zeitgenössischer Künstler stattfinden, welche in einem eigenen Raum namens „The Cube“ installiert wird.

Für die Eröffnung im Frühjahr 2020 versprechen die Bassins de Lumières Werke eines namhaften Künstlers. Fortsetzung folgt…!

Die Fondation Luma in Arles: Warum Sie sie unbedingt besuchen sollten

21.10.2019  ·  Kultur & Genuss, Land & Leute  ·  Kommentare geschlossen
Rund um das berühmte, von Frank O. Gehry entworfene Gebäude der Luma Arles liegt der „Parc des Ateliers“ – ein modernes Forum in der antiken Stadt. Und ein Ort des unerschöpflichen Reflektierens. Ins Luma Arles geht man, um zu flanieren, zu lernen, nachzudenken – und um sich überraschen zu lassen.

Gewagte Architektur

 

Das Gebäude „Ressource“ der Luma Arles, mitgestaltet von Frank Gehry.

 

Leuchtturm? Metallener Baum? Verirrtes Schiff? Aus der Gebäudeskulptur von Frank O. Gehry ragen vier Türme aus gewundenen Silberfacetten, die von einem steinernen Rückgrat zusammengehalten werden. Der amerikanische Architekt inspirierte sich bei seinem Werk am Bergkamm der Alpilles, den fantastischen Felsformationen um Les-Baux-de-Provence und dem Pinselstrich Vincent Van Goghs. Die Edelstahlziegel sollen die Variationen des Lichts einfangen. Gläserne Fensterelemente verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander. Ebenfalls aus Glas ist der runde Unterbau von 54 Metern Durchmesser, der das Erdgeschoss umschließt und an das Amphitheater von Arles erinnert – eine der schönsten römischen Stätten Frankreichs.

Ein neuer Blick auf die Stadt Arles

Auf der neunten Etage gelegen, eröffnet die Terrasse des Luma Arles ein bemerkenswertes Panorama über die Altstadt, die Windungen der Rhône, die Camargue und die Crau-Ebene, die Alpilles und sogar das Kloster Montmajour. Das 56 Meter hohe Gebäude „Ressources“, entworfen von Frank Gehry, bietet Raum für die verschiedenen Kunstformen, darunter auch die Kochkunst, für Experiment und Forschung. An das Erdgeschoss, dem Haupteingang zum „Parc des Ateliers“, schließen sich mehrere Ausstellungflächen an, in denen Veranstaltungen von internationaler Größe ausgerichtet werden.

Ausstellungen von Weltklasse

Die Installation „L'Enclosure“ (dt. Umzäunung), ausgestellt in der „Grande Halle“ im Luma Arles

Seit 2004 fördert die Fondation Luma künstlerisches Schaffen im Bereich der Bildenden Kunst. Die Projekte setzen sich mit den Themen Umwelt, Kultur, Bildung und Menschenrechte auseinander. Die sechs Gebäude des „Parc des Ateliers“, darunter die „Grande Halle“ (dt. Große Halle), die „Forges“ (dt. Schmiedewerkstätten) und die „Mécanique Générale“ (dt. Maschinenbau), empfangen Besucher rund um das Jahr zu Veranstaltungen, insbesondere im Sommer während des Fotografie-Festivals „Rencontres de la Photographie“. Das Restaurant „Réfectoire“ und der Buchladen „Off-Print“ gehören ebenfalls zum Projekt Luma.

Spaziergang zur Nekropole Alyscamps

Die Nekropole Alyscamps, in der Nähe vom Luma Arles.

Nur wenige Schritte vom Luma entfernt, am anderen Ende des Paulaner-Weges, erstreckt sich die Totenstadt Alyscamps entlang des Kanals Craponne. Am Ende dieses erst heidnischen, dann christlichen Friedhofs befindet sich die Kirche Saint-Honorat an der Via Aurelia. Die von Steinsärgen gesäumte Allee inspirierte mit ihrem romantischem Flair bereits Van Gogh und Gauguin. Ein von Landschaftarchitekt Bas Smets entworfener Garten spendet Schatten und grüne Frische.

Eine neue Hochschule für Fotografie

Direkt am Gebäude von Frank O. Gehry wurde ein weiteres architektonisches Meisterstück eröffnet: Die l’Ecole Nationale Supérieure de la Photographie, Hochschule für Fotografie. Mit seinem 120 Meter langen flachen Kragträgerdach und den durchsichtigen Ausstellungssälen ist das Gebäude von Marc Barani mehr als einen Blick wert. Und die Fotografen finden vor ihrer Linse finden ein weiteres interessantes Objekt. Die neue Hochschule für Fotografie lässt Arles, wo jährlich das Fotografie-Festival „Rencontres d’Arles“ stattfindet, einmal mehr als eine der Hauptstäde der Fotografie leuchten.

Eine kulinarische Reise durch Nizzas Südbahnhof

21.10.2019  ·  Kultur & Genuss, Provence Alpes - Riviera - Côte d`Azur  ·  Kommentare geschlossen
Nizzas alter Bahnhof Gare du Sud, der in eine Gourmet-Halle umgewandelt wurde.

In der alten metallenen Bahnhofshalle im Libération-Viertel mitten in Nizza herrscht wieder Betrieb. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in einen Kultur- und Gourmettreffpunkt umgewandelt und findet damit in gewissem Sinn zu seiner ursprünglichen Funktion zurück: Im Südbahnhof vermischen sich Gewürze, Farben und Düfte aus dem Nizzaer Hinterland und von weit her…

Essen, Vintage-Shopping oder eine Ausstellung besuchen

Bereichert durch ein Zwischengeschoss von 1000 m², das zu den 1500 m² Erdgeschoss hinzukommt, ist die Bahnhofshalle zu einem geselligen Ort geworden, an dem sich Bewohner und Besucher von Nizza treffen, um die Spezialitäten lokaler Restaurant zu kosten, in Second-Hand-Boutiquen zu schmökern, etwas trinken zu gehen, eine Ausstellung zu besuchen oder Musik zu hören.

DJ-Pult im Nizzaer Südbahnhof (Gare du Sud).

Oder aber, um sich im Vorbeigehen in die historische Kulisse zu versenken: Die Metallhalle wurde von Gustav Eiffel für die Pavillons von Russland und Österreich-Ungarn bei der Weltausstellung von 1889 entworfen.

Eine große Zentralbar, Tische zur gemeinsamen Nutzung, Verkaufsstände, dazu exotische Pflanzen wie in einem Wintergarten und Wände in gelbem Anstrich, der an die warmen Farben der Nizzaer Altstadt erinnert…

Kulinarische Reise durch Spezialitäten aus Nizza und der Welt

Unter dem ausladenden 18 Meter hohen Gewölbe, das ebenso wie die luftig verkleidete Fassade gänzlich neu instandgesetzt, renoviert und verjüngt worden ist, feiert der Südbahnhof an sechs Wochentagen die Reiselust – auf kulinarische Art!

Von einem Stand zum nächsten erkundet man auf einer Art Weltreise nicht nur den Geschmack der Region, sondern auch den ferner Länder. Gleich neben der japanischen Sushiplatte, dem indischen Currygericht oder dem amerikanischen Burger reihen sich die Spezialitäten Südfrankreichs in den verschiedenen regionalen Verkaufsständen aneinander.

Und warum nicht bis in die fruchtbaren Ebenen des Comtat Venaissin (Region um Avignon) vordringen? Im Trüffel-Atelier „Maison de la Truffe“ schmeicheln die subtilen Geschmacksnoten der wertvollen Knolle, die den Ruf der Stadt Carpentras begründete, den anspruchsvollsten Gourmetkennern.

In Nizza: der Südbahnhof und seine Tische zur geselligen Nutzung.

Wer sich gern auf unbekanntem Terrain bewegt: Rendez-vous im „Vie en Rose“ (eine Anspielung auf das berühmte Chanson von Edith Piaf), der zentralen Bar, in der man fröhlich die Kulturen zusammenfließen lässt: Zu Weinen, Cocktails und Bio-Saft werden Tapas, Wurst und Eingemachtes zum miteinander Teilen gereicht.

Die Sonne der Côte d’Azur auf der Terrasse genießen

Hungrig nach Sonne? Auch daran wurde gedacht: Hinter den Glaswänden halten die Restaurants ihre Terrassen für alle bereit, die die zarten Sonnenstrahlen der Côte d’Azur genießen möchten.

Auf dem Zwischengeschoss der Halle findet man den idealen Aussichtspunkt, um die kleinen architektonischen Details zu bewundern, die die Ära der Belle Epoque und der Art déco lebendig halten. Auch kann man hier in Vintage-Boutiquen nach recycelten Artikeln, Sammlerobjekten oder limitierten Auflagen schmökern oder eine temporäre Ausstellung besuchen. Bis Ende November stellen die Künstler Valérie Marco et Franck Viano ihre Röntgenbilder von der Nizzaer Küche aus und enthüllen Zucchini, Artischocken, Auberginen und andere Zutaten traditioneller Rezepte unter einem überraschenden Blickwinkel.