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Eine kulinarische Reise durch Nizzas Südbahnhof

21.10.2019  ·  Kultur & Genuss, Provence Alpes - Riviera - Côte d`Azur  ·  Kommentare geschlossen
Nizzas alter Bahnhof Gare du Sud, der in eine Gourmet-Halle umgewandelt wurde.

In der alten metallenen Bahnhofshalle im Libération-Viertel mitten in Nizza herrscht wieder Betrieb. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in einen Kultur- und Gourmettreffpunkt umgewandelt und findet damit in gewissem Sinn zu seiner ursprünglichen Funktion zurück: Im Südbahnhof vermischen sich Gewürze, Farben und Düfte aus dem Nizzaer Hinterland und von weit her…

Essen, Vintage-Shopping oder eine Ausstellung besuchen

Bereichert durch ein Zwischengeschoss von 1000 m², das zu den 1500 m² Erdgeschoss hinzukommt, ist die Bahnhofshalle zu einem geselligen Ort geworden, an dem sich Bewohner und Besucher von Nizza treffen, um die Spezialitäten lokaler Restaurant zu kosten, in Second-Hand-Boutiquen zu schmökern, etwas trinken zu gehen, eine Ausstellung zu besuchen oder Musik zu hören.

DJ-Pult im Nizzaer Südbahnhof (Gare du Sud).

Oder aber, um sich im Vorbeigehen in die historische Kulisse zu versenken: Die Metallhalle wurde von Gustav Eiffel für die Pavillons von Russland und Österreich-Ungarn bei der Weltausstellung von 1889 entworfen.

Eine große Zentralbar, Tische zur gemeinsamen Nutzung, Verkaufsstände, dazu exotische Pflanzen wie in einem Wintergarten und Wände in gelbem Anstrich, der an die warmen Farben der Nizzaer Altstadt erinnert…

Kulinarische Reise durch Spezialitäten aus Nizza und der Welt

Unter dem ausladenden 18 Meter hohen Gewölbe, das ebenso wie die luftig verkleidete Fassade gänzlich neu instandgesetzt, renoviert und verjüngt worden ist, feiert der Südbahnhof an sechs Wochentagen die Reiselust – auf kulinarische Art!

Von einem Stand zum nächsten erkundet man auf einer Art Weltreise nicht nur den Geschmack der Region, sondern auch den ferner Länder. Gleich neben der japanischen Sushiplatte, dem indischen Currygericht oder dem amerikanischen Burger reihen sich die Spezialitäten Südfrankreichs in den verschiedenen regionalen Verkaufsständen aneinander.

Und warum nicht bis in die fruchtbaren Ebenen des Comtat Venaissin (Region um Avignon) vordringen? Im Trüffel-Atelier „Maison de la Truffe“ schmeicheln die subtilen Geschmacksnoten der wertvollen Knolle, die den Ruf der Stadt Carpentras begründete, den anspruchsvollsten Gourmetkennern.

In Nizza: der Südbahnhof und seine Tische zur geselligen Nutzung.

Wer sich gern auf unbekanntem Terrain bewegt: Rendez-vous im „Vie en Rose“ (eine Anspielung auf das berühmte Chanson von Edith Piaf), der zentralen Bar, in der man fröhlich die Kulturen zusammenfließen lässt: Zu Weinen, Cocktails und Bio-Saft werden Tapas, Wurst und Eingemachtes zum miteinander Teilen gereicht.

Die Sonne der Côte d’Azur auf der Terrasse genießen

Hungrig nach Sonne? Auch daran wurde gedacht: Hinter den Glaswänden halten die Restaurants ihre Terrassen für alle bereit, die die zarten Sonnenstrahlen der Côte d’Azur genießen möchten.

Auf dem Zwischengeschoss der Halle findet man den idealen Aussichtspunkt, um die kleinen architektonischen Details zu bewundern, die die Ära der Belle Epoque und der Art déco lebendig halten. Auch kann man hier in Vintage-Boutiquen nach recycelten Artikeln, Sammlerobjekten oder limitierten Auflagen schmökern oder eine temporäre Ausstellung besuchen. Bis Ende November stellen die Künstler Valérie Marco et Franck Viano ihre Röntgenbilder von der Nizzaer Küche aus und enthüllen Zucchini, Artischocken, Auberginen und andere Zutaten traditioneller Rezepte unter einem überraschenden Blickwinkel.